Unternehmer und Betriebsleiter betrachten Sicherheitssysteme oft primär als Kostenstelle. Doch eine kluge Wahl der Kamera-Bauform transformiert diese Kosten in eine Investition mit hohem ROI (Return on Investment). Warum? Weil die richtige Bauform Wartungskosten senkt und die Effektivität der Videoanalyse maximiert.
Der Einfluss auf die Video-Analytics
Moderne Kamerasysteme verfügen mittlerweile über leistungsstarke Videoanalyse-Funktionen – angefangen bei der klassischen Bewegungserkennung bis hin zur komplexen Objekterkennung. Oft geschieht dies bereits „on the Edge“, sprich: Die Intelligenz sitzt direkt auf der Kamera. Diese Analysen basieren auf ausgeklügelter Software, die entweder auf der Kamera selbst oder auf einem Server läuft.
Dabei gilt: Die Software kann nur so gut funktionieren wie die gelieferten Rohdaten – in diesem Fall die Videobilder. Wird ein schlechter „Input“ geliefert, ist der „Output“ erfahrungsgemäß unbrauchbar (GIGO-Prinzip: Garbage In, Garbage Out). Eine Bullet-Kamera, die im Wind schwingt, oder eine Dome-Kamera, die aufgrund falscher Montage bei Regen verschwommene Bilder durch Tröpfchenbildung liefert, macht jede Analyse zunichte. Die Wahl der Bauform ist also die physikalische Grundlage für jede intelligente Softwarelösung.
Psychologie der Überwachung
Ein oft unterschätzter Faktor ist die psychologische Wirkung. Videoüberwachung ist immer ein Eingriff in die Privatsphäre. In repräsentativen Verkaufsräumen oder modernen Bürokomplexen möchten Sie Sicherheit gewährleisten, ohne ein beklemmendes „Big Brother“-Gefühl bei Mitarbeitern und Kunden zu erzeugen. Hier sind diskrete Bauformen wie flache Domes oder Pinhole-Lösungen gefragt. Im harten Kontrast dazu steht der Perimeterschutz: Am Außenzaun Ihres Werksgeländes setzen Sie bewusst auf die massive, weithin sichtbare Präsenz einer Bullet Kamera, um potenzielle Eindringlinge bereits durch Abschreckung von ihrem Vorhaben abzubringen.
Der „Watching Eyes“-Effekt: Die Macht der Psychologie
Wissenschaftliche Studien aus England (u.a. der Newcastle University) haben faszinierende Einblicke in menschliches Verhalten geliefert. In einem Experiment wurden in einer Cafeteria lediglich Bilder von menschlichen Augen aufgehängt. Das Ergebnis: Die Testpersonen verhielten sich signifikant ehrlicher, und der Diebstahl bzw. das Fehlverhalten ging drastisch zurück.
Dieser Effekt lässt sich direkt auf die Wahl der Kamera Bauform übertragen:
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Präventive Abschreckung: Eine deutlich sichtbare Bullet Kamera wirkt wie das Bild der Augen in der Studie. Sie triggert das Gefühl, beobachtet zu werden, was Gelegenheitsdiebe oft schon im Vorfeld abschreckt.
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Subtile Sicherheit: In Bereichen, in denen Sie zwar Sicherheit benötigen, aber keine Kunden verschrecken wollen, nutzen Sie Domes. Hier greift ein anderer Effekt: Da man nicht genau sieht, wohin das Objektiv schaut, geht der Mensch sicherheitshalber davon aus, dass er gerade im Fokus steht.