Während IP-Systeme bei Kabellängen über 100 Metern oft Repeater oder Switches benötigen, glänzt HD-CVI mit Reichweiten von bis zu 700 oder sogar 1.200 Metern (je nach Auflösung und Kabelqualität) ohne Signalverlust. Das macht die Technik besonders für große Betriebsgelände oder Parkplätze interessant. Und kann unter anderem Fehlerquellen minimieren.
Um eine fundierte Entscheidung zu treffen, müssen wir uns die Details genauer ansehen. Es geht nicht nur um Pixel, sondern auch um Zuverlässigkeit und Systemarchitektur
Bildqualität und Auflösung
Früher war IP der klare Sieger bei der Auflösung. Heute ist der Abstand jedoch geschrumpft. HD-TVI unterstützt mittlerweile Auflösungen von 8 Megapixel. Dennoch hat IP bei extrem hohen Auflösungen (über 12 MP) und spezialisierten Sensoren (z.B. Multi-Sensor-Kameras) weiterhin die Nase vorn, da die Bandbreite im Netzwerk flexibler skaliert werden kann.
Latenz und Übertragungssicherheit
Hier hat HD-TVI /CVI einen entscheidenden Vorteil: Latenzfreie Übertragung. Da das Signal nicht erst in Datenpakete zerlegt und durch Switches geroutet werden muss, sehen Sie das Bild in echter Echtzeit. Bei schnellen Prozessen in der Produktion oder bei der Verfolgung von Personen auf dem Gelände ist dies ein Sicherheitsplus. Zudem ist ein HD-TVI/CVI-System immun gegen Netzwerküberlastungen oder Ausfall. Wenn Ihr IT-Netzwerk unter einem Auslastungsproblem leidet, bleibt Ihre Videoüberwachung davon völlig unberührt. Natürlich beruht diese Annahme nur darauf, dass Sie das Videomaterial direkt am Rekorder ansehen mittels Monitoranschluss und nicht über Ihr Netzwerk auf den Rekorder zugreifen.
Stromversorgung (PoE vs. PoC)
IP-Kameras nutzen meist Power over Ethernet (PoE), was die Installation vereinfacht. Doch auch die Koaxial-Welt hat nachgezogen: Power over Coax (PoC) ermöglicht es, die Kamera über dasselbe Kabel mit Strom zu versorgen, über das auch das Bildsignal läuft. Dies spart zusätzliche Netzteile an den Kamerapositionen.
Analog HD: Vorteile und Nachteile für Anlagenbetreiber
Als Verantwortlicher für die Betriebssicherheit müssen Sie die Langzeitfolgen einer Systementscheidung im Blick haben.
Warum Analog HD nicht tot ist
- Wirtschaftlichkeit: Die Total Cost of Ownership (TCO) ist bei der Nutzung von Bestandsverkabelung unschlagbar niedrig.
- Einfachheit: HD-TVI/CVI ist „Plug & Play“. Es gibt keine IP-Adressen-Konflikte oder komplexe Subnetz-Konfigurationen. Jede Kamera hat ihren dedizierten Kanal.
- Cyber-Sicherheit: Da die Kameras nicht direkt im Netzwerk hängen (sondern nur der Rekorder), ist die Angriffsfläche für Hacker deutlich kleiner.