+43 1 955 50 21

office@stef.co.at

Videoüberwachung über alte Koaxialleitungen

HD-TVI / CVI vs IP: Videoüberwachung wo sind die Unterschied?

Stehen Sie vor der Herausforderung, eine veraltete analoge Videoüberwachungsanlage zu modernisieren? Für viele Unternehmen ist dies ein kritischer Punkt. Einerseits verlangt die interne Sicherheit nach hochauflösenden Bildern und intelligenten Funktionen, andererseits scheuen viele die enormen Kosten und den baulichen Aufwand einer kompletten Neuverkabelung auf ein Netzwerkkabel. Hier treffen zwei Welten aufeinander: Die bewährte, modernisierte Koaxial-Welt (HD-CVI / HD-TVI) und die rein digitale Netzwerk-Welt (IP).

HD-TVI-CVI-Unterschied-zu-IP-Kamera

Key Takeaways

Latenz: HD-TVI/CVI bietet eine echtzeitfähige Übertragung ohne Verzögerung, ideal für kritische Überwachung.

Flexibilität: IP-Systeme sind besser skalierbar, wenn eine moderne Netzwerkinfrastruktur bereits vorhanden ist.

Hybrid ist Trumpf: XVR-Rekorder erlauben den Mischbetrieb und eine schrittweise Modernisierung.

Sicherheit: HD-TVI/CVI bietet durch die physische Trennung vom IT-Netzwerk Vorteile bei der Cyber-Sicherheit der Endgeräte.

Reichweite: Koaxialkabel überbrücken deutlich längere Distanzen ohne aktive Verstärker als Standard-Netzwerkkabel.

Was steckt hinter HD-TVI und HD-CVI?

HD-CVI (High Definition Composite Video Interface) ist ein von Dahua entwickelter Standard, der es ermöglicht, hochauflösendes Video (bis zu 4K), Audio und Steuersignale über herkömmliche Koaxialkabel zu übertragen. Es ist die Antwort auf die Frage, wie man alte Koaxial Infrastruktur mit der digitalen Videoüberwachung verknüpfen kann.

Während HD-CVI die proprietäre Lösung von dem Videoüberwachungshersteller Dahua ist, begegnet Ihnen im Bereich der professionellen Videoüberwachung oft der Begriff HD-TVI  (High Definition Transport Video Interface). Dieser Standard wurde von Techpoint entwickelt und maßgeblich durch den Weltmarktführer Hikvision geprägt und vermarktet.

Technisch verfolgen beide Systeme dasselbe Ziel: Sie pressen hochauflösende digitale Bildinformationen durch ein Koaxialkabel. Der Unterschied liegt lediglich im Modulationsverfahren. Für Sie als Entscheider ist das heute jedoch weniger relevant als noch vor einigen Jahren: Moderne Hybrid-Rekorder sind mittlerweile meist „Pentabrid“-fähig. Das bedeutet, sie erkennen und verarbeiten sowohl HD-CVI als auch HD-TVI, AHD, klassisches CVBS und auch IP automatisch. Wenn Sie also eine bestehende Anlage umrüsten, sind Sie nicht mehr zwingend an einen einzigen Hersteller gebunden, sondern können die Kameras wählen, die das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für Ihren spezifischen Einsatzzweck bieten.

IP-Technologie für Videokameras

IP-Kameras wandeln das Bildsignal direkt in der Kamera in Datenpakete um und senden diese über ein Netzwerk (LAN). Dies bietet maximale Flexibilität und Integration in die bestehende IT-Infrastruktur, setzt aber eine entsprechende Bandbreite und oft eine neue Netzwerkverkabelung (mindestens CAT5, besser CAT6a) voraus.

In diesem Artikel erfahren Sie, warum es nicht immer IP Kameras die effizienteste Lösung für Bestandsimmobilien sind und wie Sie durch Hybrid-Systeme das Beste aus beiden Welten kombinieren und wo die Vor,- bzw. Nachteile liegen.

Koaxialkabel weiternutzen: Kosten sparen beim Umrüsten

Bei Anfragen rund um das Thema Videoüberwachung modernisieren, treffen wir oft in bestehenden Gebäuden auf eine ältere Kabelinfrastruktur (Koaxialkabel). Der Austausch der Koaxialverkabelung auf eine neue Netzwerkverkabelung auf neustem Standard ist oft sinnvoll. Jedoch auch sehr kostspielig. Vor allem wenn die Kabelwege nicht leicht zugänglich sind und der Austausch der Verkabelung zu aufwendig ist und den Kostenrahmen sprengen könnte. Genau hier kann man mit den neuen Technologien der Kamerahersteller ansetzen um Kosten zu sparen.

Koaxialkabel BNC Stecker Kamera

Bestandsverkabelung als Asset

Wenn Ihr Gebäude bereits mit Koaxialkabeln ausgestattet ist, besitzen Sie ein wertvolles Asset. Die gute Nachricht: Diese Kabel sind physisch oft sehr robust und langlebig. Mit der HD-TVI / CVI-Technologie können Sie diese Leitungen einfach weiterverwenden. Sie tauschen lediglich die alten Analog-Kameras gegen moderne HD-CVI-Kameras und den Rekorder gegen einen Hybrid-Videorecorder (XVR) aus.

HD-TVI & HD-CVI: Die Rettung für alte Leitungen

Während IP-Systeme bei Kabellängen über 100 Metern oft Repeater oder Switches benötigen, glänzt HD-CVI mit Reichweiten von bis zu 700 oder sogar 1.200 Metern (je nach Auflösung und Kabelqualität) ohne Signalverlust. Das macht die Technik besonders für große Betriebsgelände oder Parkplätze interessant. Und kann unter anderem Fehlerquellen minimieren.

Um eine fundierte Entscheidung zu treffen, müssen wir uns die Details genauer ansehen. Es geht nicht nur um Pixel, sondern auch um Zuverlässigkeit und Systemarchitektur

Bildqualität und Auflösung

Früher war IP der klare Sieger bei der Auflösung. Heute ist der Abstand jedoch geschrumpft. HD-TVI unterstützt mittlerweile Auflösungen von 8 Megapixel. Dennoch hat IP bei extrem hohen Auflösungen (über 12 MP) und spezialisierten Sensoren (z.B. Multi-Sensor-Kameras) weiterhin die Nase vorn, da die Bandbreite im Netzwerk flexibler skaliert werden kann.

Latenz und Übertragungssicherheit

Hier hat HD-TVI /CVI einen entscheidenden Vorteil: Latenzfreie Übertragung. Da das Signal nicht erst in Datenpakete zerlegt und durch Switches geroutet werden muss, sehen Sie das Bild in echter Echtzeit. Bei schnellen Prozessen in der Produktion oder bei der Verfolgung von Personen auf dem Gelände ist dies ein Sicherheitsplus. Zudem ist ein HD-TVI/CVI-System immun gegen Netzwerküberlastungen oder Ausfall. Wenn Ihr IT-Netzwerk unter einem Auslastungsproblem leidet, bleibt Ihre Videoüberwachung davon völlig unberührt. Natürlich beruht diese Annahme nur darauf, dass Sie das Videomaterial direkt am Rekorder ansehen mittels Monitoranschluss und nicht über Ihr Netzwerk auf den Rekorder zugreifen.

Stromversorgung (PoE vs. PoC)

IP-Kameras nutzen meist Power over Ethernet (PoE), was die Installation vereinfacht. Doch auch die Koaxial-Welt hat nachgezogen: Power over Coax (PoC) ermöglicht es, die Kamera über dasselbe Kabel mit Strom zu versorgen, über das auch das Bildsignal läuft. Dies spart zusätzliche Netzteile an den Kamerapositionen.

Analog HD: Vorteile und Nachteile für Anlagenbetreiber

Als Verantwortlicher für die Betriebssicherheit müssen Sie die Langzeitfolgen einer Systementscheidung im Blick haben.

Warum Analog HD nicht tot ist

  • Wirtschaftlichkeit: Die Total Cost of Ownership (TCO) ist bei der Nutzung von Bestandsverkabelung unschlagbar niedrig.
  • Einfachheit: HD-TVI/CVI ist „Plug & Play“. Es gibt keine IP-Adressen-Konflikte oder komplexe Subnetz-Konfigurationen. Jede Kamera hat ihren dedizierten Kanal.
  • Cyber-Sicherheit: Da die Kameras nicht direkt im Netzwerk hängen (sondern nur der Rekorder), ist die Angriffsfläche für Hacker deutlich kleiner.

 

Grenzen der analogen Welt

Der größte Nachteil ist die mangelnde Flexibilität bei der Auswahl der Produkte. Eine Zeitlang war das Thema der nachträglichen Erweiterung das große Problem. Doch auch hier haben die Hersteller nachgezogen. Mit den neuen Rekorder Versionen ist es sogar möglich einen Mischbetrieb zu Betreiben. Daher Sie können HD-TVI Kameras mit IP Kameras erweitern, da die Hybridrekorder sogar IP Kameras verwalten können.

Der Knackpunkt ist wie schon eingangs geschrieben, die Auswahl der Produkte. Die HD-TVI/CVI Lösungen kommen aus der Zeit wo im großen Stil umgerüstet wurde, der Aufbruch von Analog zu Digital. Es war ein perfektes Nischenprodukt welches Betreibern die Möglichkeit gegeben hat bestehende Infrastruktur weiterzunutzen. Daher, die verkauften Mengen halten sich in Grenzen und auch die Koaxialverkabelung im Bestand wird immer weniger. Daher gibt es auch nicht so eine große Pallette an Auswahlmöglichkeiten und auch die Research und Development bemühungen in dem Bereich sind deutlich kleiner als in der IP-Überwachungs Welt. Bei jedem Neubau oder Sanierung werden die Koaxialleitungen gegen Netzwerkleitungen getauscht.

Auch haben die Kameras und Rekorder meistens nicht die vollen KI Funktionen die herkömmliche NVR Rekorder bieten.

 

Die Rolle von XVRs (Hybrid-Rekordern)

Die wichtigste Komponente für eine sanfte Migration ist der Hybrid-Videorecorder (XVR). Diese Geräte akzeptieren sowohl BNC-Anschlüsse (HD-CVI/AHD/TVI) als auch IP-Kameras über das Netzwerk.

Wirtschaftlichkeitsrechnung für CEOs: Der ROI der Modernisierung

Bei der Entscheidung zwischen HD-TVI und IP geht es primär um den Return on Investment (ROI).

Kostenfaktor IP-System (Neuverkabelung) HD-TVI (Bestand genutzt)
Hardware (Kameras/NVR) Mittel – Hoch Günstig – Mittel
Verkabelung/Lohnkosten Sehr Hoch Minimal
IT-Infrastruktur (Switche) Erforderlich Nicht erforderlich

Verwenden Sie Ihre alten Koaxialleitungen weiter und genießen Sie die volle Auflösung der digitalen Welt.

Durch die Verwendung von Pentabrid Rekordern können Sie einen Mischbetrieb möglich machen aus : Analog Kameras, HD-TVI, HD-CVI und IP Kameras. Somit können Sie Ihre verschiedenen Systemtopologien auf einen Hybrid Rekorder zusammenführen.

Kostenoptimiert durch günstige HD-TVI Kameras
Step by Step umrüsten
Auflösung bis 8MP möglich
Handyapp nutzbar - betrachten Sie Ihre Bilder von überall

Die richtige Strategie für Ihre Sicherheit

Die Entscheidung zwischen HD-TVI/CVI vs IP ist keine Frage von „Alt gegen Neu“, sondern eine Frage der Effizienz. Wenn Sie auf der grünen Wiese bauen, ist IP die logische Wahl. Wenn Sie jedoch eine bestehende Infrastruktur modernisieren, bietet HD-CVI ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie erhalten die Bildqualität und die intelligenten Features der digitalen Welt, ohne die Altlasten der analogen Verkabelung entsorgen zu müssen.

Für Facility Manager und Betriebsleiter bedeutet dies: Prüfen Sie zuerst die Qualität Ihrer Koaxialkabel. Wenn diese intakt sind, ist der Weg über HD-TVI fast immer der wirtschaftlichste. Ein hybrider Ansatz schützt Ihre Investition langfristig und lässt Ihnen alle Türen für zukünftige Erweiterungen offen.

Lassen Sie uns über Ihre Videomodernisierung sprechen

Unsere Experten arbeiten mit Ihnen gemeinsam eine kostenoptimierte Videoüberwachungslösung aus. Kontaktieren Sie uns jetzt und lassen Sie uns Ihre bestehende Koaxialverkabelung nutzen um Ihr Objekt optimal abzusichern.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  • Ja, moderne Hybrid-Rekorder (XVR) erkennen das Signalformat automatisch. Sie können Ihre alten Kameras so lange nutzen, bis sie ausfallen, und sie dann einzeln durch HD-Modelle ersetzen.

Magazin

Aktuelles aus der Welt der Elektrotechnik